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Ein Rückblick von

Lisa Wöll

Besichtigung des Klosters Mariawald

am 17.07.2019

 

Besichtigung Kloster Mariawald und Wanderung im Kermeter

Wanderführerin: Lisa Wöll

Wanderstrecke: 11 km

Der Tag begann mit einer leichten Wanderung durch den Wald des Kermeters. Wir hatten Zeit den Soldatenfriedhof zu würdigen, auf dem auch wenige Mädchen beigesetzt sind. Nach dem Genuss der gastronomischen Angeboten in der Gaststätte Mariawald – für ihre Erbsensuppe bekannt – und dem Besuch des Shops trafen wir uns zur Besichtigung des Kloster, zu der wir von dem Geschäftsführer des Trägervereins, Herrn Nowak, sehr freundlich begrüßt wurden.

Die Geschichte der Abtei Mariawald beginnt vor ca. 550 Jahren. Der Heimbacher Handwerker Fuitter entdeckte 1470 in Köln eine Pietà, die er erwarb und im Heimbacher Wald in einem hohlen Baum aufstellte und verehrte. Der Platz erwies sich ihm als zu einsam, sodass er die Pietà in der Nähe an einem Wegkreuz in einer hölzernen Kapelle aufstellte. Schnell entwickelte sich der Ort als Pilgerstätte. 1478 wurden die Mönche des Zisterzienserordens aus Bottenbroich (bei Kerpen) um Hilfe bei der Betreuung der Pilger gebeten. Diese bauten ein Kloster auf und 1486 wurde damit das Kloster Mariawald gegründet.

In den folgenden Jahrhunderten erlebte das Kloster gute und schlechte Zeiten. Der Dreißigjährige Krieg machte dem Kloster zu schaffen, nach der Erholungsphase kam der nächste Einbruch mit der Französischen Revolution und der Besetzung des linksrheinischen Gebietes durch die Franzosen. Diese schlossen 1795 das Kloster. Die Pietà wurde in der Kirche in Heimbach in Sicherheit gebracht. 1860 wurde das Kloster von dem Trappistenorden aufgekauft und Mönche zogen wieder in die Gebäude ein. Ein erneutes Ende fand das Kloster während der Zeit der Nationalsozialisten. Wegen staatsfeindlichen Aktivitäten wurde das Kloster 1941 geschlossen, die Mönche vertrieben oder verhaftet. Nach dem Krieg kamen die überlebenden Mönche zurück, der Klosterbetrieb wurde wieder aufgenommen. Im September 2018 wurde das Kloster erneut geschlossen, als Grund für diese Schließung gilt die Überalterung und Pflegebedürftigkeit der Mönche.

Bei unserer Führung durch das Kloster erfuhren wir nicht nur Details zu der abwechslungsreichen Klostergeschichte sondern konnten Einblicke in das Leben der Mönche gewinnen und die sonst für die Außenwelt unzugänglichen Räumlichkeiten ansehen. Für die Trappisten, die nach den strengen Regeln des Heiligen Bededikt von Nusia leben, wurde der Alltag von Beten und körperlicher Arbeit bestimmt (Ora et labora). Sie lebten sehr zurückgezogen, die meiste Zeit verbrachten sie schweigend.

Der jetzige Eigentümer, der Verein „Kloster Mariawald“ hofft, dass auch die jetzige Schließung des Klosters nur ein vorübergehender Zustand ist und die Räumlichkeiten bald wieder mit spirituellem Leben gefüllt werden. Ein Blick in die Geschichte des Klosters zeigt, dass das Kloster hier bereits Erfahrung hat und wir wünschen dem Kloster einen baldigen Neuanfang.

Wir bedanken uns bei Herrn Nowak für die hochinteressante Führung durch das Kloster und die vielen Hintergrundinformationen. 

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